Vegetarisch

Die Vegetarier

Ursprung des Vegetarismus

Der Begriff vegegarisch (lat. vegetare bzw. vegetus) bedeutet lebendig, belebt oder auch frisch. Der Ursprung des Vegetarismus geht auf den griechischen Philosophen Pythagoras (um 570 - 510 v. Chr.) zurück. Er prägte den Gedanken: "Alles, was der Mensch den Tieren antut, kommt auf den Menschen wieder zurück." Pythagoras und seine Anhänger, die Pythagoreer, waren gegen religiöse Tieropfer und vertraten die Ansicht, dass der Genuss von Fleisch dem Menschen nicht gut täte, aggressiv und mordlustig mache.

Was bedeutet vegetarische Ernährung?

"Tiere sind meine Freunde - und meine Freunde esse ich nicht." (George Bernhard Shaw 1856-1950). Überliefert ist auch folgendes Zitat des irischen Dramatiker Shaw: "Ein Mann von meiner geistigen Potenz isst keine Leichen." Erst im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts konnte sich die vegetarische Bewegung mehr und mehr durchsetzen. Bei der vegetarischen Ernährungsform werden hauptsächlich pflanzliche Lebensmittel zur Ernährung verwendet und nur Produkte verzehrt, die vom lebenden Tier stammen.
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Formen des Vegetarismus

Vegetarier essen zumeist nicht nur Salat, Kräuter, Kartoffeln oder Getreide, sondern auch Milchprodukte, Eier und Honig. Jedoch das Fleisch von Tieren und alle aus Tieren hergestellten Lebensmittel werden bei einer vegetarischen Ernährungsform nicht verzehrt. Es wird beim Vegetarismus zwischen nachfolgenden Formen unterschieden:

  • Ovo-Lacto vegetarisch
    Verzicht auf Fleisch und Fisch, während Eier, Milch sowie Produkte, die diese enthalten, verzehrt werden. Es ist die einfachste Form von Vegetarismus, die viele Möglichkeiten in der Ernährung bietet und insofern auch von vielen Vegetariern praktiziert wird. Bei der Entscheidung, Vegetarier zu werden, wird zumeist mit dieser Ernährungsform begonnen, weil sich zum einen die vegetarischen Mahlzeiten ohne Fleisch und ohne Fisch relativ einfach zubereiten lassen und zum anderen auch unproblematisch in Restaurants gegessen werden kann, da fast überall inzwischen auch vegarische Menüs auf der Speisekarte zu finden sind.

  • Lacto vegetarisch
    Verzicht auf Fleisch, Fisch und Eier, während aber Milchprodukte verzehrt werden. Lacto Vegetarier gehen davon aus, dass auch ein Ei als ungeborenes Huhn eine fleischliche Kost darstellt. Insofern werden beispielsweise auch keine im Handel erhältlichen Kuchen verzehrt, da diese Ei enthalten. Als Ei-Ersatz dient den Lacto Vegetariern beim Backen von Kuchen z.B. das Mehl aus Kichererbsen oder Soja, was anstelle von Ei als Bindemittel dient.

  • Ovo vegetarisch
    Verzicht auf Fleisch, Fisch, Milch und Milchprodukte, wie Joghurt, Quark oder Käse, während jedoch Eier gegessen werden. Ovo Vegetarismus ist eine nicht so sehr verbreitete Ernährungsform und wird oftmals aus gesundheitlichen Gründen angewandt, z.B. bei einer bestehenden Laktoseunverträglichkeit gegenüber Milch.


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Ist vegetarische Ernährung gesund?

Dies lässt sich mit JA beantworten. Bereits Anfang der 80er Jahre von der Universität Gießen, dem Krebsforschungszentrum Heidelberg und dem Bundesgesundheitsamt Berlin unabhängig voneinander durchgeführte Studien brachten deutliche Erkenntnisse, wonach eine überwiegend pflanzliche Ernährungsform eine Reihe gesundheitlicher Vorteile aufweist. Ebenso brachten auch zahlreiche internationale Studien ähnliche Ergebnisse, aus denen schlussfolgernd abgeleitet wurde, dass die vegetarische Ernährung als gesund bezeichnet werden kann.

  • Bluthochdruck als Folge einer ungesunden Ernährungsweise tritt bei Vegetarien nicht so häufig auf.
  • Vegetarier weisen eine geringere Anfälligkeit gegen Krebs und Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf.
  • Das Körpergewicht ist bei Vegetariern besser bzw. kann ein vorhandenes Übergewicht besser abgebaut werden.
  • Durch die ballaststoffreiche Ernährung verringern sich die Risiken von Darmerkrankungen.
  • Der Cholesterinspiegel weist durch die geringere Fettzufuhr günstigere Werte auf und kann im Gleichgewicht gehalten werden.
  • Bessere Harnsäurewerte und bessere Nierenfunktionsleistungen.

Vegetarier
Vegetarier, die Milch, Milchprodukte und Eier verzehren sowie sich mit Gemüse, Obst, Getreide, Hülsenfrüchten und Nüssen vollwertig ernähren, haben in ihrer Ernährung keine Mangelerscheinungen. Es wird auch genügend Eiweiß mit der Nahrung aufgenommen. Ebenso eine ausreichende Zufuhr an Vitamin B12, welches in Milch und Milchprodukten enthalten ist. Gleiches trifft zu für die Aufnahme weiterer für den Organismus wichtiger Vitamine, Spurenelemente und Mineralien.

Pescetarier
Daneben gibt es auch noch die sogenannten Pesco-Vegetarier, auch als Pescetarier bezeichnet. Diese ernähren sich jedoch nicht rein vegetarisch, denn sie essen Fisch, teilweise auch Weichtiere, Meeresfrüchte sowie Eier und Milchprodukte kombiniert mit vegetarischer Ernährung. Es soll die gesündeste Form der Ernährung sein, wenn regelmäßig Fisch auf dem Speiseplan steht, da dieser reich an wertvollen Omega-3-Fettsäuren ist.

Pudding-Vegetarier
Als Ausnahme müssen die sogenannten Pudding-Vegetarier genannt werden, die aus ethischen und moralischen Gründen in ihrer Ernährung auf Fleisch und Fisch verzichten, jedoch vielfach zu Fertigprodukten der Lebensmittelindustrie greifen, ebenso viel Süßigkeiten zu sich nehmen. Diese Art der Ernährung kann gesundheitliche Folgen haben durch die hohe Zufuhr an Kalorien und aufgrund einer unvorteilhaften Nährstoffzusammensetzung der aufgenommenen Nahrung.

Tiere essen?

Beweggründe für Vegetarismus

Die Gründe für eine vegetarische Lebensweise sind recht unterschiedlich. So können dies ethisch-moralische, ökologische, gesundheitliche oder auch religiös motivierte Gründe sein.

  • Ethisch-moralische Aspekte
    Um die grausamen und tierquälerischen Zustände bei der Massentierhaltung, bei Käfighaltung, bei Tiertransporten und bei der Schlachtung von Tieren nicht zu unterstützen. Dass jährlich viele Milliarden Tiere getötet werden, um dem Menschen als Nahrung zu dienen, dass den Tieren Schmerz und Leid zugefügt wird, ist für viele Vegetarier ein wichtiger Grund dafür gewesen, dass sie ihre Ernährungsgewohnheiten veränderten. Ethisch-moralische Aspekte waren vermutlich die ältesten Beweggründe für Vegetarier und stehen auch heutzutage an erster Stelle für die Motivation, sich fleischlos zu ernähren.
  • Ökologische Aspekte
    Um mit dem Verzicht auf tierische Nahrungsmittel die natürlichen Ressourcen der Natur zu schonen. Die Auswirkungen für Umwelt und Klima, die das Roden von Tropenwaldflächen verursacht, stellen einen wichtigen Grund dar. Viel zu hohe Viehbestände durch Massentierhaltung und zu wenig heimische Futtermittel-Anbauflächen führen zu einer Abholzung des Regenwaldes, um hier Anbauflächen vor allem für Sojabohnen zu schaffen, die an Nutztiere verfüttert werden. Ohne Importe der Sojabohnen könnte Massentierhaltung nicht existieren. Auch der enorme Wasserverbrauch für die tierische Landwirtschaft ist bedenklich. Ebenso die verdauungsbedingten klimaschädigenden Methangase, die bei der Massentierhaltung entstehen. Es gelangen jährlich mehrere Kilotonnen gasförmiger Stickstoffverbindungen in die Umwelt mit der Folge, dass durch die Massentierhaltung Ammoniak-Belastungen stetig zunehmen sowie auch die übermäßigen Mengen an Gülle, die zur Verunreinigung von Böden und Grundwasser führen.
  • Gesundheitliche Aspekte
    Um das Erkranken an sogenannten Zivilisationskrankheiten zu verringern bzw. teilweise sogar zu verhindern. Wissenschaftliche Studien haben belegt, dass Vegetarier weniger an Zivilisationskrankheiten (Herzkreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Gicht, Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht) leiden, eine höhere Lebenserwartung haben, weniger an Krebs erkranken. Ebenso kann Bestreben nach Verringerung einer Schadstoffaufnahme durch die gezielte Nahrungsmittelauswahl ein Grund für Vegetarier sein (Tierarzneimittel, Masthilfsmittel). Auch kann eine mögliche Fleisch-Unverträglichkeit ein Aspekt sein, auf Fleisch und aus Tieren hergestellte Nahrung zu verzichten.
  • Religiöse Aspekte
    Wer tötet, bricht ein religiöses Urgebot. Schon Pythagoras war der Ansicht, solange der Mensch Tiere töte, werde er auch Menschen töten. Mahatma Gandhi (1869-1948) meinte: "Ich glaube, dass geistiger Fortschritt an einem gewissen Punkt von uns verlangt, dass wir aufhören, unsere Mitlebewesen zur Befriedigung unseres körperlichen Verlangens zu töten."

Vegetarische Lebenseinstellung

Sir Paul McCartney prägte als bekennender Vegetarier und Tierschützer den Spruch: "Ich esse nichts, was Augen hat." Vegetarisch zu leben beinhaltet nicht nur eine besondere Form der Ernährung, sondern auch eine bestimmte Lebenseinstellung, die neben der fleischlosen Ernährung auch eine respektvolle und ehrfürchtige Einstellung bezogen auf das Dasein und Leben aller Lebewesen ausweist. Was liegt näher, als in der täglichen Ernährung auf Tiere essen zu verzichten, denn es geht schließlich auch ohne Fleisch! Bei all dem Wissen, was den Tieren angetan wird und wir uns mit dem Verzehr von tierischen Produkten selbst antun, sollte der Genuss von Fleisch und Fisch eigentlich schon aus diesen Gründen auf der Strecke bleiben.

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Der Veganismus

Um Tiere vor den Grausamkeiten der Massentierhaltung zu bewahren, um unsere Umwelt und unsere Gesundheit zu schützen, wäre der komplette Verzicht auf Fleisch, Fisch, Eier und Milchprodukte der beste Weg. Lesen Sie nachfolgend mehr über die Veganer...

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