Vegan

Die Veganer

Ursprung des Veganismus

Der Begriff vegan (engl. vegetable) heißt so viel wie Gemüse und pflanzlich. Gesprägt vom Engländer Donald Watson (1910-2005), Gründer der Vegan Society. Watson nahm im Jahr 1944 damit eine Abspaltung von der englischen Vegetarian Society vor, um stärker hervorzuheben, dass vegan lebende Menschen Vegetarier sind, die gänzlich ohne tierische Produkte leben. Bevor er den Begriff Veganismus erfand, wurde die vegane Lebensweise als konsequenter oder auch radikaler Vegetarismus bezeichnet.

Was bedeutet vegane Ernährung?

Veganer verzichten in ihrer Ernährung auf das Verzehren aller Lebensmittel tierischen Ursprungs, wie Fleisch, Fisch, Eier, Milch und Honig. Sie ernähren sich ausschließlich rein pflanzlich von Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte, Soja, Kichererbsen-Humus, Hafermilch etc. Die Ausbeutung von Tieren wird von Veganern grundsätzlich abgelehnt, daher werden auch Kleidung tierischen Ursprungs und Produkte, die tierische Bestandteile haben oder an Tieren getestet wurden, wie z.B. bei diversen Kosmetikprodukten, abgelehnt.
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Formen des Veganismus

Es gibt beim Veganismus spezielle Formen der Ernährung:

  • Frutarier
    Hierbei handelt es sich um eine sehr strenge Form der pflanzlichen Ernährung, da Frutarier nur Früchte von Pflanzen essen, bei deren Ernte die Pflanze nicht zerstört wird, sondern der Organismus der Pflanze als Ganzes erhalten bleibt. Getreide gehört nicht zur Ernährung, und es werden z.B. auch keine Kartoffeln als Knollen-Gemüse verzehrt. Auch wird zumeist nur Fallobst gegessen und z.B. keine Äpfel vom Baum. Nüsse und Samen gehören hingegen zur Ernährung.

  • Rohköstler
    Vegane Rohkost-Ernährung besteht aus enzymreicher Nahrung, welche nicht erhitzt wurde, wie z.B. Gemüse, Obst, Nüsse und Samen. Entweder roh, aber auch gekeimt, fermentiert und dehydriert, jedoch nicht gekocht. Vegane Rohköstler gehen davon aus, dass in naturbelassener, ungekochter Nahrung noch die volle Vitalität und Lebenskraft steckt.

  • BIO-Veganer
    Die Bio-Veganer ernähren sich ausschließlich nur von veganen Lebensmitteln, die ökokologisch produziert wurden, d.h. sie essen vegane BIO-Produkte.

  • Freeganer
    Bei den Freeganern steht weniger die vegane Ernährung im Fokus, sondern mehr der Umweltgedanke und der Wille, ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung in der Wegwerfgesellschaft zu setzen. Freeganer gehen daher "containern", d.h. sie suchen aus dem Müll von Supermärkten und Discountern die aufgrund des Verfallsdatums entsorgten, aber noch essbaren Lebensmittel heraus für ihre Ernährung.

  • Pudding-Veganer
    Wie auch bei den sogenannten Pudding-Vegetariern ernähren sich Pudding-Veganer aus ethischen und moralischen Gründen ohne Fleisch und ohne Fisch, aber verwenden größtenteils Fertigprodukte und bevorzugen Süßes. Es ist eine wenig ausgewogene Ernährungsform mit hoher Kalorienzufuhr und ungenügender Zufuhr an Nährstoffen.


Ist vegane Ernährung gesund?

Vorurteile und Mythen

Lange Zeit wurde davon ausgegangen, dass es wegen der notwendigen Proteine, Vitamine und des Bedarfs an Calcium nicht gut sein kann, auf Grundnahrungsmittel, die als Hauptlieferanten für diverse Nährstoffe gelten, wie z.B. Fleisch, Eier oder Milch, in der Ernährung zu verzichten. Es kursieren viele Vorurteile und Mythen, die sich gegen eine vegane Ernährungsweise richten. Inzwischen liegen jedoch Ergebnisse aus wissenschaftlichen Studien vor, die auf positive Effekte für die Gesundheit hinweisen.

Positive Effekte für die Gesundheit

Bei einer zu einseitigen veganen Ernährung kann es zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Bei einer vollwertigen und ausgewogenen veganen Ernährung können die nötigen Nährstoffe jedoch in ausreichender Menge aufgenommen werden. Bis auf Vitamin B12, dieses muss auf andere Weise, z.B. durch Nahrungsmittelergänzung zugeführt werden. Auch auf die ausreichende Calcium Zufuhr muss geachtet werden. Wer sich als Veganer bewusst und vollwertig ernährt, wird Mangelerscheinungen nicht zu befürchten haben.
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Es kommt auf die bewusste vegane Ernährung an

Zur bewussten veganen Ernährung zählt, dass neben frischem Gemüse und Obst auch vermehrt Nüsse, Samenfrüchte oder Sojabohnen auf dem Speiseplan stehen, um aus den pflanzlichen Proteinen die nötige Eiweißversorgung zu gewährleisten. Soja, wie z.B. Tofu, enthält viel hochwertiges Eiweiß, Mineralstoffe und Vitamine, ungesättigte Fettsäuren und weist zudem einen hohen Anteil an Ballaststoffen aus. Vitamin B12 ist in pflanzlichen Lebensmitteln nicht enthalten. Daher muss bei der veganen Ernährung besonders auf die ausreichende Vitamin B12 Zufuhr geachtet werden.

Versorgung mit Calcium
In Hülsenfrüchten, Bohnen und Linsen, aber auch in Petersilie, grünem Blattgemüse, Lauch, Brokkoli, Grünkohl, Wirsingkohl, Chinakohl und anderen Kohlkopf-Gemüsearten steckt viel Calcium. Mit zu den überhaupt besten Calcium-Lieferanten gehören auch Tofuprodukte, Sesam, Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne, Nüsse sowie Trockenfrüchte. Auch frischer Möhrensaft enthält viel Calcium. Ebenso mit Meeresalgen-Calcium angereicherte Sojamilch sowie diverse calciumhaltige Mineralwässer.
Versorgung mit Vitamin K und B12
Hirse enthält viel Magnesium, Vitamine B1, B2, Niacin, B6, Pantothensäure, Lezithin, Biotin, Folsäure und weitere Mineralstoffe und Spurenelemente. Vitamin K ist besonders enthalten in Kohl, Löwenzahn, Sauerampfer, Kresse, Petersilie, Zwiebeln und Knoblauch sowie in Spinat und Kichererbsen. Soja-Drinks und Reis-Drinks oder Sojamilch sind mittlerweile vielfach mit Vitamin B12 angereichert. Ebenso stehen B12 angereicherte vegane Lebensmittel zur Verfügung, wie z.B. Getreideflocken, Cornflakes etc.
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Zur Sicherheit greifen die meisten Veganer auf Supplemente, also Nahrungsergänzungsmittel und Vitaminpräparate zurück. Vitamin B12 in Supplementen wird im Labor aus bestimmten Bakterien gewonnen und ist insofern vegan. Von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung wird eine tägliche Aufnahme von 3 µg Vitamin B12 empfohlen. Aber auch Personen ab dem 50. Lebensjahr wird unabhängig von ihrem Ernährungsstil geraten, Vitamin B12 über Supplemente oder angereicherte Lebensmittel zuzuführen. Ebenso sollte jeder die Möglichkeit nutzen, seinen B12-Spiegel durch die Erfassung verschiedener Blutwerte ärztlich regelmäßig kontrollieren zu lassen.

Tiere essen?

Beweggründe für Veganismus

Die Gründe für eine vegane Ernährung und vegane Lebensweise sind vom Grundsatz her die gleichen, wie bei Vegetariern, nur wesentlich konsequenter. Es sind ethisch motivierte, humanitäre, tierschutzrechtliche, ökologische, gesundheitliche und auch teilweise religiöse Beweggründe, die oftmals vom Vegetarismus schlussendlich zum Veganismus führen.

Zumeist entscheiden sich Menschen für die vegane Lebensweise aus ethisch-moralischen Gründen heraus. D.h., dass sie das Leiden der Tiere und das Töten von Tieren nicht unterstützen wollen. Es gibt für Veganer keine einzige moralische Legitimation, andere Lebewesen für die Ernährung, für den eigenen Genuss und für eine materielle Bereicherung leiden zu lassen. Denn fühlende und Schmerz empfindende Lebewesen werden vor allem in der Massentierhaltung auf reine Produktionseinheiten reduziert, gnadenlos ausgebeutet und gequält.

Eine Verbesserung der Zustände in der Haltung von Tieren geht Veganern nicht weit genug. Dabei steht die nicht hinnehmbare Ungleichbehandlung von Tieren im Vordergrund. Vegetarier streben die Abschaffung der tierausbeutenden Industrie an. Insofern lehnen Veganer auch alle Produkte, die tierischen Ursprungs sind und im Zusammenhang mit der Ausbeutung und Quälerei von Tieren stehen, konsequent ab.


Es geht auch flexitarisch

Wer nicht generell auf den Verzehr von tierischen Lebensmitteln in seiner Ernährung verzichten möchte, sollte dennoch öfter mal einen fleischfreien Tag einlegen und versuchen, seinen Fleischkonsum zu reduzieren.

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